Neubau Schulzentrum Nord - 2. Preis

Leitidee
    Die Bildung der Kinder ist eine der zentralen Aufgaben unserer Gesellschaft. Architektur kann in diesem Kontext einen Beitrag leisten. Sie kann sichtbar machen, Gewicht verleihen, Platz einräumen. Der Gebäudebestand des Schulzentrums wird dieser Aufgabe nicht ausreichend gerecht und hält hinter einer „Dornrößchenwand“ Abstand zum Stadtgeschehen.

        Eine Perlenschnur öffentlicher Gebäude
          Das städtebaulich wertvollste Bestandsmotiv des Planungsgebietes ist die Perlenschnur öffentlicher Gebäude an der Heinrichstraße. Eingebettet in eine maßstäblich kleinere Wohnbebauung, und als Ausdruck Ihrer gesellschaftlichen Bedeutung mit Vorplatz versehen, geben sie dem Quartier Struktur und Charakter. An dieses Motiv wird mit den neuen Stadtbausteinen angeknüpft. Diese Bausteine sind entlang der Straße so gesetzt, dass sie einerseits den Straßenraum der Heinrichstraße zum Castroper Hellweg öffnen und als Auftakt der Schnur an der Hauptverkehrsachse ein Tor zum Quartier formulieren. An der Quartierskante sind es Ihrer Signalfunktion entsprechend große Volumina. Weiter im Quartier nähert sich der Maßstab der Umgebung zunehmend an.

              Ein Eingang, zwei Schulhöfe
                Das aus dem Bestand zitierte Motiv des Vorplatzes formuliert zur Straße hin die Haupteingangsgeste für das Schulzentrum. Die Vor- und Rücksprünge antworten dem Rhythmus der gegenüberliegenden Gebäude und der ortsbildprägenden Straßenbäume. Auf der der Straße abgewandten Seite erzeugt die Stellung der Baukörper zwei voneinander getrennte Höfe.

                    Fünf Häuser
                      Das Raumprogramm des Schulzentrums ist umfangreich. Eine klare und für den Besucher sichtbare Trennung der Funktionen soll Orientierung geben. Als Konsequenz sind den oben beschriebenen Stadtbausteinen verschiedene Nutzungen zugewiesen. So gibt es ein Haus für die Gemeinschaft, eins für die Wissenschaft, eines zum Werken und je ein Klassenhaus für beide Schulen. Architektonisch differenziert wird mittels Kubatur, Höhenentwicklung und Material. Das sechste Haus bildet die Stadtteilbibliothek.

                        Eine Stadt in der Stadt
                          Die innere Organisation des Schulzentrums erfolgt anhand eines parallel zur Heinrichstraße verlaufenden, inneren Hauptweges. Entlang dieser Lernstraße entwickeln sich Gassen, Plätze, Höfe, Terrassen und Grünflächen. Es entwickelt sich wegbegleitend eine Bandbreite architektonischer Sinneseindrücke: der Wechsel von hell und dunkel, Enge und Weite, Rechts und Links, innen und außen. Differenzierte Freiräume, der Rhythmus von Lufträumen, Treppen und Lichthöfen. Als Folge entstehen Räume für die pädagogische Arbeit zwischen Spannung und Entspannung, Konzentration und Kommunikation, Nähe und Distanz.
  • Standort: Bochum
  • Entwurf: 2018